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| Foto: Dilip Saha |
Nessi Tausendschön, herzerfrischende Zynikerin und Welt-Chanteuse von beispielloser Anmut, hat schon vor Jahren eine große, demokratische Leerstelle gefüllt, indem sie sich selbst zur „Königin von Deutschland“ gewählt hat (so hieß das vorletzte Programm). Und zu Recht bekam sie dafür u. a. den „Salzburger Stier“ und den Deutschen Kleinkunstpreis, sowie den Deutschen Kabarettpreis. Nessi Tausendschön hat als Kabarettistin eine Zunge wie eine Reitpeitsche, als Sängerin aber eine Stimme wie ein Engel. Eine wunderbare Kombination. Kurzum, hier haben wir es mit einer Frau zu tun, die weiß, was sie will und was sie tut. Ihre Kabaretttexte und Lieder sind mal böse, mal melancholisch, ihre Figuren anrührend und hochkomisch. Sicherlich wird ihr alkoholabhängiger Schutzengel wieder auftauchen und die drängenden Fragen der Zeit protokollieren und vielleicht hat Gabi Pawelka noch mehr Motivationsseminare erduldet, die sie nun den Zuschauern überstülpen will. Vielleicht taucht auch Roland Koch als Running Gag noch einmal auf oder vielleicht aber doch lieber Westerwelle. Der lange verschollen geglaubte Stummfilm „Die schwarze Hand “ wird live zur Aufführung kommen, ebenso wie nie verwirklichte Projekte z. B. der Ausdruckstanz „Verwelkt“. Das Erfolgsprogramm hat schon Zehntausende von Zuschauern begeistert, denn Nessi behandelt in Text, Musik und Geschichten Weltenprobleme, bietet weiterhin „Frustschutz“ (so hieß ihr letztes Programm) und „Restwärme“ (das Bandprogramm). Kurzum, eine herzerfrischende Mischung aus Nagelneu und ein paar alten Krachern. Das alles präsentiert sie unter dem völlig unverständlichen Titel: „Perlen und Säue.“ |
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