Bernd Regenauer
 
Freundschaft. Jeder sehnt sich danach. Doch wer hat für so was noch Zeit? Die Freundschaftspflege übernehmen SMS-Kürzel wie "Hi, denk a. D. GglG, S." Die Terminplanung für ein Treffen wird an die Frauen delegiert. Weil die nicht miteinander können, passiert gar nichts. Was bleibt, ist ein ständig schlechtes Gewissen, nichts und niemandem gerecht zu werden. "Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist". Aber wer will das schon wissen? Längst haben sich Selbstdarsteller und Nicht-Zuhörer ins eigene Leben geschlichen, Freunde, die mal Freunde waren, sich jedoch inzwischen total verändert haben. Oder ist man selbst nicht mehr der, der man war? Mit den Jahren wird man in Sachen Freundschaft speziell. Für Neues besteht keine Chance mehr. Man lässt immer weniger an sich ran, ist vorsichtig und flüchtet sich in Rituale - die funktionieren wenigstens. Dabei kann Freundschaft durchaus was Herrliches sein. Wenn die jeweiligen Lebenspartner nicht wären. Und die dazu gehörigen Kinder, mit denen man sich im Erlebnispark wahlweise dem Suizid oder Amoklauf nähert. Und wenn sich dann an einem runden Geburtstag alle vereinen, offenbart sich das Chaos in seiner ganzen Pracht...
 
"Unter Freunden" Regie: Jürg Schlachter
Text: Bernd Regenauer, Thomas Lienenlüke